Spliss gespaltenen Haarspitzen durch Reibung, Hitze oder Nährstoffmangel
Spliss bezeichnet die Spaltung der Haarspitzen. Der Fachausdruck lautet Trichoptilosis, stammt aus dem Griechischen und setzt sich aus den Worten „tricho-“, Haar, und „ptilosis“, Anordnung von Federn in bestimmten Bereichen, zusammen. Ein weiterer Fachbegriff lautet Schizotrichia. Bei Spliss spaltet sich der Haarschaft am Ende des Haares bzw. franst aus. Ursache ist in der Regel zu starke Hitzeeinwirkung über einen längeren Zeitraum oder – allgemein – mechanischer Stress, verursacht unter anderem durch Reibung. Jedoch entwickelt sich Spliss auch ganz von allein, wenn man seine Haare, besonders die Spitzen, längere Zeit nicht hat schneiden lassen.
Die Ursachen für Spliss sind also in thermischem, chemischem oder mechanischem Stress zu suchen, dem die Haare ausgesetzt sind. Das kann etwa der häufige Gebrauch von Lockenstäben oder andere Hitzebehandlungen sein. Auch die übermäßige Anwendung von Haarprodukten, wie beim Legen von Dauerwellen oder Haarcolorationen, kann die Schutzschicht lösen, die den Haarschaft außen umgibt und das Haar so schwächen, was wiederum zu Spliss führen kann. Unter mechanischem Stress versteht man etwa das harsches Bürsten oder Kämmen, um Knoten zu lösen. Auch der Kontakt der Haarspitzen mit den Schultern kann bei bestimmten Frisuren solch eine mechanische Stressquelle sein. Ebenso unruhiger Schlaf, bei dem die Haare nachts auf dem Kissen hin- und hergerieben wird, das Rubbeln der Haare nach dem Waschen oder das Tragen von Mützen im Winter. Spliss kann in ernsteren Fällen aber auch das Symptom von Kupferstoffwechselstörungen wie dem Menkes- oder dem Okzipitalhorn-Syndrom sein.
Je nachdem, wie stark der Spliss ausgeprägt ist, kann er das Haar in zwei oder mehr Teile teilen. Auch die Länge des von Spliss betroffenen Abschnittes variiert je nach Ursache und je nachdem, wie lange man nichts dagegen unternimmt.
Anders als die Werbung oft verspricht, gibt es für Spliss keinerlei wirksame Abhilfe, außer dem Gang zum Friseur. Manche Hersteller werben zwar damit, mit speziellen Pflegeprodukten und Inhaltsstoffen die geteilten Haarspitzen reparieren zu können, tatsächlich allerdings werden dadurch lediglich die Haarspitzen „zusammengeklebt“. Gesund wird das Haar mit diesen Produkten nicht. Auch Vorbeugen ist schwierig, weil es in den meisten Fällen unvermeidbar ist, dass die Haare über kurz oder lang einer oder mehreren der verursachenden Stressquellen ausgesetzt wird. Bei kürzeren Haaren kommt Spliss vor allem deshalb weniger häufig vor, weil die Haare meist regelmäßiger geschnitten werden, als lange Haare.