Kamm oder Bürste für die Pflege langer Haare?
Habt ihr euch auch schon mal die Frage gestellt, ob ihr eure langen Haare besser kämmen oder bürsten solltet? Natürlich ist das einerseits eine Frage der Gewohnheit und des persönlichen Geschmacks. Es gibt aber auch ganz klare Vor- und Nachteile, die mit einem Kamm oder einer Bürste für die Pflege langer Haare einhergehen. Überdies erfüllt ein Kamm mitunter andere Aufgaben, als eine Bürste. Darum solltet ihr das entweder-oder-Szenario eventuell um den Gedanken erweitern, dass beide Utensilien bei der täglichen Haarpflege ziemlich sinnvoll sein können.
Wozu dient ein Kamm bei der Haarpflege?
Vor der Erfindung des Tangle Teezers war der Kamm ein seit Jahrhunderten verbreitetes Haarpflegeprodukt, der zuverlässig die gleiche Aufgabe übernahm, die heutzutage in vielen Fällen sein moderner Nachfolger übernimmt: das Entwirren eurer Haare.
Doch mehr noch. Kämme sind den Menschen bereits seit 11.000 vor Christus und somit viele Jahrtausende länger als Bürsten bekannt. Sie erfüllten also nicht nur einen entwirrenden Zweck, sondern auch einen glättenden.
Wohl deshalb gab und gibt es sie seit jeher aus unterschiedlichsten Materialien, in verschiedensten Formen und mit variierender Zinkenlänge und -abständen. Mittlerweile aber wird von Haarpflegeexperten vor allem beim Entwirren nasser Haare zu Kämmen geraten.
Mit grobzackigen Kämmen könnt ihr eure Haare bedenkenlos in feuchtem Zustand entwirren, ohne die Haare zu sehr zu strapazieren oder sie gar zu schädigen. Denn die großen Zinken verheddern sich nicht so leicht in kleinen Knötchen, wie die eng stehenden Borsten einer Haarbürste. Dadurch wird das nasse Haar nicht lang gezogen und gedehnt, was schnell zu Haarbruch führen könnte. Dennoch solltet ihr auch bei der Pflege langer Haare mit einem Kamm Vorsicht walten lassen und nicht ziehen und zerren, um einzelne Strähnen zu entwirren.
Wozu dient eine Bürste bei der Haarpflege?
Eine Haarbürste erfüllt — je nach Materialien — gleich mehrere Aufgaben. Eine, der sie sich aber alle annehmen ist, dass sie kleine Knäuel und Knötchen entfernen. Was ein Kamm, vor allem ein grobzackiger, sozusagen im großen Maßstab erledigt, macht die Bürste im feineren.
Weil viele Haarbürsten aber keine stabilen Borsten haben, verfangen sich vor allem feuchte Haare schnell darin. Darum ziepen Haarbürsten nicht selten deutlich mehr, als Kämme. Wobei auch hier wieder Material und Verarbeitung ausschlaggebend sind.
Mit einer Haarbürste solltet ihr grundsätzlich nur trockenes Haar pflegen. Das könnt ihr etwa vor der Haarwäsche tun, um schon ein Mal erste Stylingreste auszubürsten, aber auch, die Haare später effektiver zu reinigen. Dann aber erst wieder bürsten, wenn die Haare getrocknet sind.
Je nach Modell ist eine Haarbürste sowohl Pflegeutensil als auch Stylingutensil. Rundbürsten zum Beispiel entfernen keine verknoteten Haare, sondern bringen Schwung, Locken oder Wellen ins Haar. Paddle Brushes sorgen bei kraftlosem, langem Haar für etwas mehr Dynamik und Volumen. Haarbürsten mit Wildschweinborsten gewährleisten aufgrund ihrer Materialeigenschaft ein Pflegeplus für brüchiges, splissiges oder strapaziertes und trockenes Haar. Eine Bürste ist bei der Pflege langer Haare unverzichtbar, sollte aber auf die Bedürfnisse eurer Haare abgestimmt sein.
Anwendungstipps für Bürsten und Kämme
Feuchtes Haar, trockenes Haar, morgens, mittags, abends, die berühmten 100 Bürstenstriche am Tag — bei der täglichen Haarpflege mit Kamm und Bürste kursieren viele Mythen. Wollen wir doch mal sehen, ob wir einige davon entlarven und widerlegen können …
Wann solltet ihr eure langen Haare kämmen und bürsten?
Grundsätzlich solltet ihr es nicht übertreiben. Denn auf Dauer ist Bürsten auch bei trockenem Haar eher schädlich, als nützlich. Das gilt vor allem dann, wenn ihr die Angewohnheit habt, immer eine handliche Haarbürste in eurer Handtasche dabei zu haben. Klar, wenn sie verfügbar ist, verleitet das natürlich schnell dazu, mal eben in der Kaffeepause auf Arbeit noch mal die Haare zu bürsten. Und beim Toilettengang. Und vor dem Meeting. Und vor dem Gespräch mit dem Chef. Und natürlich vor dem Verlassen des Büros zum Feierabend, vor dem Date direkt im Anschluss, danach auch noch mal, weil ihr beim Spielen mit den Haarsträhnen Knoten verursacht habt und Zuhause nach der Haarwäsche vor dem Zubettgehen dann auch ein letztes Mal.
Wenn ihr euch darin wiedererkannt habt, dann solltet ihr euch das Mitführen einer Haarbürste unbedingt abgewöhnen. Auch wenn sicher nichts dagegen spricht, eure Haare noch mal in Form zu bringen vor einem wichtigen Meeting oder Date, so ist exzessives Bürsten leider sehr schädlich für eure schönen Haare.
Im Grunde reicht es für eine optimale Pflege vollkommen aus, eure Haare morgens und abends zu kämmen und zu bürsten — zu kämmen vor allem dann, wenn ihr die Haare nach dem Waschen nass entwirren wollt. Oder, wenn ihr grundsätzlich lieber kämmt statt bürstet. Dann die trockenen Haare aber mit einem engeren Kamm glätten, damit ihr wirklich alle Knötchen erwischt.
Gegen ein paar Bürstenstriche in der Mittagspause und vor dem besagten Date spricht natürlich auch nichts. Wichtig ist, dass es nicht zur Gewohnheit wird. Denn so zerstört ihr eure Haare auf Dauer.
Wie ihr eure Haare kämmen solltet:
Ganz gleich, ob ihre eure Haare (in feuchtem Zustand) kämmt oder bürstet, der Strich sollte zwar von oben nach unten gehen, also mit dem Wuchs, aber nicht am Haaransatz beginnen!
Besser ist es, mit der Hand eine Strähne festzuhalten und zunächst ein paar Zentimeter bis zur Spitze hin zu kämmen oder zu bürsten. Sind die unteren Abschnitte der Haare dann entwirrt und glatt, greift die Strähnen etwas weiter oben an und kämmt bzw. bürstet wiederum in Richtung der Haarspitzen. So verfahrt ihr, bis ihr den Teil eurer langen Haare erreicht, die am Kopf liegen. Erst dann setzt ihr die Haarbürste oder den Kamm am Ansatz bzw. an der Kopfhaut an und bewegt sie nach unten zu den Spitzen hin weg.
So stellt ihr sicher, dass ihr eure Haare beim Kämmen und Bürsten nicht überdehnt. Vor allem beim Kämmen feuchter Haare ist das wichtig. Denn das Überdehnen kann nicht nur dazu führen, dass die Haare reißen oder sich aufkringeln und wie kleine Sprungfedern zurückschnalzen, wodurch neue Knoten entstehen, sondern auch Ziepen und weh tun.
Übrigens sind weder ein Kopfüberbürsten noch die oft angepriesenen Hundert Bürstenstriche wirklich wirksame Orientierungspunkte. Während Kopfüberbürsten höchsten kurzfristige Volumeneffekte zaubert, ansonsten aber unter Umständen Schwindelgefühle verursacht, sind die 100 Bürstenstriche ein Haarpflegetipp aus Zeiten, in denen es weder fließend Wasser noch Shampoo für jeden Haartyp gab. Man wollte damit bezwecken, Talg und Fett von der Kopfhaut in den Haaren zu verteilen, damit sie gesünder aussahen und glänzten. Tatsächlich schädigt solche eine Intensivpflege eure Haare eher, als dass sie sie pflegt.
Ein Paar Mal am Tag mit der Bürste und im nassen Zustand mit dem Kamm entwirren, ist ein gesundes und vollkommen ausreichendes Maß, um eure langen Haare zu pflegen.
Was ist besser? Haarbürste oder Kamm?
Darauf gibt es keine allgemein gültige Antwort. Der grobzackige Kamm ist für die Anwendung in nassem Haar beinahe alternativlos. Für die Pflege eurer Haare im trockenen Zustand ist er eventuell angenehmer, wenn ihr sehr dichtes, dickes Haar habt. Aber andernfalls dürft ihr ganz nach Gusto zu Bürste oder Kamm greifen. Oder doch lieber zu Bürste und Kamm…?!
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