Beitrag geschrieben von Stefanie Gonzalez
  • Nachhaltigkeit

Natürliche Colorationen - der Umwelt zuliebe

Ob graue Haare abdecken, den Naturton auffrischen oder einfach mal eine Typveränderung durch eine komplett neue Haarfarbe, mit den richtigen Chemikalien geht alles. Doch nicht nur die Haare können diese Cocktails auf Dauer schädigen, auch für die Umwelt ist Haare färben mit herkömmlichen Colorationen belastend. Wir haben uns für euch deshalb einmal nach ökologisch verträglichen und haarschonenden Möglichkeiten umgesehen.

Wie das Haar aufgebaut ist

Vorab ist erstmal sinnvoll zu verstehen, wie Haare färben überhaupt funktioniert. Dazu werfen wir einen Blick auf den biologischen Aufbau unserer Haare. Ein Haar besteht aus einer Haarwurzel und einem aus der Haut herausragenden Haarschaft. Jedes Haar ist aus drei Schichten aufgebaut. Das Innere der Haare nennt sich Markzellen (Medulla). Circa 80% unserer Haare machen die nächste Schicht aus, die sogenannte Cortex, die hauptsächlich aus Keratinen besteht. Um genau diese Schicht geht es auch wenn wir unsere Haare färben wollen, denn die Haarpigmente, ein biologischer Farbstoff, befinden sich im Haarcortex, die dem Haar ihre natürliche Farbe verleihen. Um diese Schicht herum findet sich die Schuppenschicht, die aus abgestorbenen Hautzellen besteht. Der Zustand dieser Schicht ist ausschlaggebend für den optischen Zustand unserer Haare. Stehen die Schuppen seitlich ab und schmiegen sich nicht an das Haar nach unten an, dann sehen unsere Haare trocken und strapaziert aus. Das Licht kann durch die nicht perfekt ineinandergreifenden Schuppen nicht mehr so gut reflektiert werden und somit erscheint das Haar eher stumpf.

Wie funktioniert Haare färben?

Um die Farbe der Haare zu ändern muss erst diese Schuppenschicht aufgebrochen werden, damit die neuen Farbpigmente im Haarcortex aufgenommen werden können. Dazu werden meistens alkalische Mittel verwendet, wie zum Beispiel Ammoniak. Diese Mittel verbinden sich dann mit sogenannten Entwicklern (meist Wasserftoffperoxid), die in der Coloration enthalten sind, und bilden Farbmoleküle. Diese Farbmoleküle können sich dann wiederum mit dem Keratin verbinden. Damit die Farbe dauerhaft im Haar bestehen bleibt und sich nicht so leicht wieder auswäscht, wird die Schuppenschicht am Ende der Coloration meist mit einer versiegelnden Kur wieder verschlossen.

Nichtsdestotrotz werden die Haare durch diese chemische Behandlung sehr strapaziert, ganz zu Schweigen von dem hohen Allergierisiko, das man sich bei solchen Behandlungen aussetzt. Zum Schluss leidet auch die Umwelt, wenn Chemikalien beim Auswaschen ins Abwasser gelangen.

Die schonende Alternative: Naturhaarfarben

Inzwischen gibt es auf dem Markt ein großes Angebot an ökologischen Alternativen, wenn es ums Haare färben geht. Durch pflanzliche Inhaltsstoffe, die teilweise sogar aus biologischem Anbau stammen können, sind den Farbwünschen fast keine Grenzen mehr gesetzt. Lediglich eine starke Aufhellung ist ohne eine chemische Blondierung noch nicht möglich.

Die pflanzlichen Colorationen sind Färbemittel aus natürlichen Pflanzenextrakten, wie zum Beispiel Henna, Indigo oder Cassia. Kamille und Extrakte aus Rote Beete können ebenfalls zum Einsatz kommen. Im Gegensatz zur chemischen Coloration dringen die Farbpigmente hier aber nicht ins Innere der Haare ein, sondern legen sich sanft um die äußere Haarstruktur herum. Deshalb sind pflanzliche Haarfarben auch wesentlich schonender als der Chemiecocktail mit Ammoniak und Co.

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So gelingt die Coloration mit Pflanzenfarbe

Vor dem Färben der Haare mit pflanzlichen Mitteln ist es wichtig, einige Verhaltensregeln zu beachten. Da sich Pflanzenfarben um die äußere Haarstruktur anlegen, sollten eure Haare möglichst frei von Silikonen sein, also am besten einige Wochen vor der Coloration komplett auf Produkte verzichten, die Silikone enthalten. Zudem könnt ihr ein Kopfhaut- und Haarpeeling machen, um eure Haare optimal auf das Färben vorzubereiten und alle etwaigen Rückstände aus dem Haar zu entfernen. Nur dann erhaltet ihr ein schönes, gleichmäßiges und möglichst langanhaltendes Ergebnis.

Damit es am Ende nicht zu ungewünschten Überraschungen kommt macht es Sinn, erst einmal eine Probesträhne zu färben, um zu sehen, ob das Ergebnis den Vorstellungen entspricht.

Und dann kann es auch schon ans Färben gehen. Nach einer gründlichen Haarwäsche wird die meist in Form von Pulver angebotene Coloration mit heißem Wasser angemischt. Die Wärme hilft dabei, die Haarstruktur schonend zu öffnen und die Farbe besser eindringen zu lassen. Wenn die Mischung wieder etwas abgekühlt und nicht mehr zu heiß ist, kann die Farbe mit Hilfe eines Pinsels Strähne für Strähne aufgetragen werden. Durch die nichtchemische Formel muss die Farbe viel länger einwirken, mehrere Stunden sind dabei nicht ungewöhnlich. Am Ende wird alles mit klarem Wasser und ohne Shampoo und andere Pflegeprodukte gründlich ausgewaschen. Am besten solltet ihr auch in den folgenden 24-48 Stunden auf jegliche Haarpflegeprodukte verzichten, damit sich die Pigmente optimal mit den Haaren verbinden können.

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