Dreadlocks eine in Pflege und Entstehung oft unterschätzte Frisur
Für Dreadlocks werden Haarsträhnen durch spezielle Flecht- und Verfilzungstechniken seilartig eingedreht. Die auch Dreads genannte Frisur ist den Menschen bereits seit vielen Tausend Jahren bekannt. Die ältesten Belege über diesen Haarstyle gehen auf die Minoische Kultur im antiken Kreta zurück. Auch im alten Ägypten waren Dreadlocks verbreitet. Während des Bronze- und Eisenzeitalters stylten sich bereits Völker im Nahen Osten, Kaukasus, in Kleinasien, den östlichen Mittelmeerregionen und in Nordafrika mit dieser Frisur.
Die Herkunft des Namens ist – anders als seine historische Ausbreitung – unklar. Einige Quellen beziehen sich auf einen Ursprung im kenianischen Mau-Mau-Unabhängigkeitskrieg. Andere weisen den jamaikanischen Rastafaris, für die diese Frisur ein religiöses Bekenntnis ist, die Wortschöpfung zu. (Darum auch der Begriff „Rastazöpfe„.) Klar ist, dass Dreadlocks in vielen Nationen und spirituellen, sowie ideologischen oder politischen Gemeinschaften verbreitet sind. So kennen neben den Rastafaris auch tiefgläubige Hindus und einige buddhistische Glaubensströmungen Dreadlocks als religionsgebundene Frisur – daneben selbstverständlich auch einige indigene Stämme in Afrika und Ozeanien.
Um die Haare zu Dreadlocks zu frisieren gibt es unterschiedliche Techniken, die je nach Haarstruktur besser oder schlechter geeignet sind. So können die Haarsträhnen entweder zusammengerollt und dann in Richtung Haaransatz ausgefranst werden, gegen den Strich gekämmt oder in den Handflächen hin- und hergerollt werden. Wer glatte oder gar fettige Haare hat, greift bisweilen auf den Einsatz von Salzwasser in einer Sprühflasche zurück, um die Haare auszutrocknen und aufzurauen, damit sie sich besser ineinander verhaken.
Vom Einsatz von Wachs, um die einzelnen Haare an die eingerollten Dreads zu binden, wird abgeraten. Zwar müssen auch Dreadlocks regelmäßig gewaschen und gereinigt werden, aber Wachs löst sich aus den Tiefen der gedrehten Locken nicht mehr heraus. Das führt irgendwann dazu, dass die Dreads schimmlig und schmierig werden. Dann hilft oftmals nur noch das vollständige Abschneiden der Locken. Natürlich gedrehte Dreadlocks entstehen oft über Monate hinweg, weil sie nach und nach verfilzt werden.
Unabhängig von der angewandten Technik und dem Haartyp bzw. der Haarstruktur, braucht das Haar viel Zeit, bis die Anfangslocken halten und mit den Monaten und Jahren automatisch in Drehrichtung der Dreadlocks wachsen. Doch auch dann benötigen die Haare viel Zuwendung, Styling und Pflege und sind sicher keine Anfängerfrisur oder Haarstyling für Faule. Nachwachsende und abstehende Haare oder dünnere Strähnen müssen mehr oder weniger regelmäßig zum Beispiel unter Einsatz einer Häkelnadel in die Locken eingearbeitet werden. Auch die Reinigung und das Trocknen von Dreadlocks ist sehr zeitintensiv.